19.05.12 - 08:53
Letzte Änderung:
08.10.09
Mein Auslandspraktikum in England

Ein Bericht von Marina Koch
Im August 2007 habe ich meine Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Firma Hoff Kaffeesysteme in Osterode begonnen. In der Schule habe ich von der Zusatzausbildung zur Europakauffrau erfahren und habe mich dazu entschlossen diese Zusatzqualifikation zu erwerben.
Mein Auslandspraktikum im Rahmen der Zusatzqualifikation absolvierte ich im Sommer 2008 bei der Firma Piller UK in Cirencester. Bevor ich überhaupt nach England gekommen bin, musste ich mich bewerben, was gar nicht so leicht war, da ich durch die Firma in der ich meine Ausbildung absolviere keine Kontakte zum Ausland habe. Durch einen Zufall bin ich dann auf die Firma Piller, die auch hier in Osterode ansässig ist, gekommen. Ich habe mich also beworben und hatte auch ziemlich schnell ein Vorstellungsgespräch.
Ein paar Monate Später bin ich dann in England gewesen. Ich war dort bei einer Gastfamilie untergebracht. Meine Gastmutter ist die Sekretärin vom Chef in Cirencester. Meine Gasteltern haben mich vom Flughafen abgeholt und waren von Anfang an sehr freundlich zu mir. Auf den Weg zu ihnen haben sie mir viele Dinge gezeigt und erklärt. Ich fand das alles sehr interessant.
Am 2. Tag sind wir in ein lokales Fußballstadion gefahren, wo wir uns dann auch ein sehr spannendes Match angesehen haben. Meine Gasteltern zeigten mir anschließend die Stadt und den kleinen Ort in dem sie wohnen und gingen dann zum Essen mit mir in einen nahe gelegenen Pub. Meine Gastmutter zeigte mir außerdem noch die Firma, in der ich ab dem folgenden Montag arbeiten sollte.
Mein erster Tag in der Firma war sehr spannend für mich, ich habe als erstes beim Empfang gesessen, wo die Anwesenheit der Mitarbeiter überprüft und schriftlich festgehalten wurde. Am späteren Vormittag durfte ich bei einer Lagerbestandsaufnahme helfen. Hierbei wurden die verschiedensten Produkte gezählt und anschließend wurden die Zahlen mit denen in der EDV verglichen. Falls Unstimmigkeiten vorhanden waren, wurde erneut gezählt und falls immer noch eine Differenz vorhanden war, wurde eine Korrekturbuchung vorgenommen. Die Firma hat 2 Etagen. In der unteren sind die Ingenieure, die direkten Kundenkontakt haben und auch rausfahren um Batterien zu reparieren. Außerdem sitzen hier auch die Leute, die die Einsätze der Ingenieure genau planen, wie viele Stunden, Tage oder auch Wochen ein Techniker bei einem Kunden ist.
Nachdem ich mit den Korrekturbuchungen fertig war, habe ich noch Bestellungen von Kunden weiter geleitet.
Am Nachmittag wurde mir dann aufgetragen einige Daten aus den verschiedensten Kundenakten heraus zu suchen. Hierbei konnte ich auch einen Einblick in das Ablagesystem erhalten, welches sich von dem meines Ausbildungsbetriebes stark unterscheidet. Es werden farbige Mappen mit mehreren Abteilen verwendet und jedes Fach hat seine festen Unterlagen, wie z. B. Rot sind die Verträge, blau sind Pläne usw.
Die nächsten Tage verbrachte ich zum großen Teil mit Scannen von Plänen. Mir wurde aufgetragen Pläne zu scannen und die Originale anschließend zu vernichten. Dieses System wurde eingeführt, um nicht so viel Platz zu verschwenden. Stattdessen wurden die Daten anschließend auf eine CD gebrannt und dann in die dafür vorgesehenen Schränke einsortiert.

Meine Kollegen waren alle sehr freundlich zu mir und haben mich auch öfters mal bremsen müssen, da ich anscheinend zu schnell gearbeitet habe. Mir wurde gesagt, ich könnte ruhig ab und zu mal Pause machen und mal eine Runde durch die Firma gehen und mit den Leuten reden. Ich muss sagen, dass es mir echt schwer gefallen ist, mehr Pausen zu machen und alles langsamer zu erledigen. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es auch sehr angenehm.
Als meine erste Arbeitswoche rum war, hat mich mein Gastvater mit zu einer Schießschule genommen. Hier wurde mir dann von einem Lehrer gezeigt, wie Tontaubenschießen funktioniert. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht und ich würde es jeder Zeit gerne wieder machen. Die Unterrichtsstunde war leider viel zu schnell vorbei, aber ich hatte noch die Zeit, mich auf dem Hof umzuschauen und ich war von der wunderschönen Landschaft sehr begeistert. Am nächsten Tag brachen mein Gastvater und ich dann zu einer „kurzen“ Radtour auf, welche 8 Meilen betrug. Da ich lange kein Rad mehr gefahren war, hatte ich natürlich auch einen schönen Muskelkater.
Meine 2. Arbeitswoche verlief ähnlich wie die erste - ich habe Ordner mit Plänen eingescannt und am PC beschriftet. Außerdem habe ich die Aufgabe bekommen, die Altablage zu entsorge. Das war keine spannende Aufgabe, aber man war die ganze Zeit in Bewegung und ich hatte etwas zu tun – womit ich nicht sagen will, dass ich mich gelangweilt habe.
An dem nächsten Wochenende bin ich mit meinen Gasteltern zum Pferderennen gefahren, wir haben uns dafür feine Sachen angezogen. An der Rennbahn habe ich dann auch gewettet und sogar ein paar Pfund gewonnen. Es war ein warmer und sonniger Tag und es hat richtig viel spaß gemacht die Leute beim mitfiebern zu beobachten. Es ist keine leichte Entscheidung, auf welches Pferd man denn am besten setzt.
Meine letzte Woche bei Piller UK ging auch wie im Fluge vorbei, ich durfte in dieser Woche einen Einblick in die Finanzabteilung erhalten. Mir wurden Aufgaben erteilt bei denen ich viel mit Excel arbeiten musste und welche auch viel Zeit in Anspruch genommen haben.
Neben der Arbeit am Computer habe ich zusammen mit einer Kollegin die Zahlungserinnerungen, die verschickt werden sollten, nach Ländern sortiert. Anschließend wurden diese an den Abteilungsleiter zum Unterschreiben weitergegeben. Zuletzt habe ich die Zahlungserinnerungen in Briefhüllen getan und dann an den Empfang zum frankieren weitergeleitet.
An meinem letzten Arbeitstag bin ich in der Mittagspause zusammen mit einigen meiner Kollegen in einen der nahe liegenden Pubs gegangen. Hier hatten Sie sogar eine kleine Überraschung für mich. Jeder einzelne meiner Kollegen hat auf einer Grußkarte für mich unterschrieben und mir so „Danke“ gesagt, dass ich sie so sehr unterstützt habe und doch einiges an Arbeit abgenommen habe. Ich habe mich sehr über die Karte gefreut, und sie hat in meinem Zimmer sogar einen eigenen Platz bekommen.
Ich denke gerne an die Zeit in England zurück.
Mit meinen Gasteltern habe ich immer noch guten Kontakt, und ich habe mir vorgenommen, sie so bald wie möglich mal zu besuchen. Die Zeit ging so schnell rum.
Ich kann die Leute übrigens nicht verstehen, die über das Essen in England meckern: Ich war jetzt schon das dritte Mal in England, und ich war immer begeistert von dem, was ich gegessen habe.
Marina Koch
Hoff Kaffeesysteme
Osterode



