Mein Auslandspraktikum in den Niederlanden

von Lena Hoffmann

Das Unternehmen:
Pres International B.V.
Pelleting Recycling Equipment Suppliers
Hoge Maasdijk 4b
5056 TE Hedikhuizen
Niederlande

 

Am 27.06.09 begann mein Auslandsaufenthalt in den Niederlanden. Nach einer sechsstündigen Autofahrt erreichte ich gegen Mittag den kleinen Ort Heusden. Dort suchte ich mir eine Übernachtungsmöglichkeit für eine Nacht. Nachdem ich eine Un­terkunft gefunden hatte, schaute ich mir ein wenig die Stadt an. Nach der Nacht im Hotel "In den Verdwaalde Koogel" rief ich den Geschäftsführer der Firma Pres Inter­national B.V. an. Wir vereinbarteten ein Treffen am Unternehmenssitz, um dort genauere Informationen zum Praktikum zu erhalten. Anschließend fuhren wir gemein­sam zu meiner Unterkunft für die nächsten 3 Wochen. Das Bed & Breakfast „De Mozaiektuin“ in Vlijmen befand sich ca. 5 Kilometer von meinem Ar­beitsort entfernt. Der Besitzer des Bed & Breakfast konnte gut deutsch sprechen und wir erzählten ein wenig von Deutschland und vom Harz. Gegen Abend machte ich einen kleinen Spaziergang und schaute mir die Gegend an. Rund um die Unterkunft befanden sich große landwirt­schaftliche Betriebe. Bei dem Nachbarn handelte es sich um einen sogenannten Milchvieh­betrieb mit vielen Kühen. In der Umgebung befanden sich viele Pflanzenzuchtbetriebe mit riesigen Gewächshäusern.

Am nächsten Morgen (den 29.06.) begann das eigentliche Praktikum. Nach der kurzen Fahrt durch die landwirtschaftlich geprägte Gegend, erreichte ich die Arbeitsstelle. Das kleine Unternehmen ist ein sogenannter Familienbetrieb und besteht aus Vater und Sohn, wobei der Sohn die Geschäfte führt und vom Vater beratend unterstützt wird. Vom Firmensitz werden rein bürokratische Tätigkeiten ausgeführt die aus dem An- und Verkauf von Maschinen und Maschinenteilen bestehen. Meine Aufgabe bestand darin, Kundendaten in Microsoft Outlook 2007 einzutragen, aufzulisten und zu aktualisieren. Das Betriebssystem war in niederländischer Sprache, welches das Arbeiten etwas erschwerte. Da meine Chefs mehrere Sprachen beherrschen, konnten sie mir einiges Übersetzen.

In der ersten Woche habe ich während meiner Freizeit die Großstadt ´s-­Hertogenbosch besucht, den Hauptbahnhof besichtigt und Einkäufe getätigt. Außerdem war ich desöf­teren in Vlijmen und habe die Stadt erkundet, dabei fiel mir auf, dass kaum Kinder und Jugendliche deutsch sprechen, durch meinen Vermieter erfuhr ich später, dass nur die ältere Generation in der Schule Deutschunterricht hatte und das dieses heute nicht mehr gelehrt wird.

In meiner zweiten Woche des Praktikums habe ich Druckvorlagen für Zollunterlagen erstellt um ein leichteres Arbeiten zu ermöglichen. Dabei durfte ich eine Ur­sprungser­klärung für einen Kunden auf spanisch ausfüllen um damit in der dritten Woche zur Handelskammer zu gehen. Nach der Arbeit habe ich mir mehrmals ein Fahrrad ausgeliehen und bin zum nahegelegen „Engeler Meer“ gefahren, ein großer Badesee mit Sandstrand und Surfmöglichkeit. An einem Abend war ich in Waalwijk, wo eine großes Gotteshaus die Innenstadt prägte. Am Wochenende habe ich von Heusden aus eine Schiffstour auf der Maas unternommen. Da ich mittlerweile schon ein wenig niederländisch verstehen und lesen konnte, war es auch möglich Plakate und Menschen zu verstehen, was im Restaurants und Geschäften ganz hilfreich war.

In der dritten Woche durfte ich mit zur Handelskammer („Kamer van Koophandel“) fahren, dort erklärte mir ein Mitarbeiter was für Unterlagen notwendig sind, um eine Maschine nach Equador zu exportieren, wofür ich die Ursprungserklärung (Certificaat van Oorsprong) ausgefüllt hatte. Außerdem fuhren wir an dem Tag zu einem Lieferanten um Teile abzuholen. Dabei durfte ich ein wenig das Werksgelände einer Reederei besichtigen, was sehr interessant war. In der Unterkunft waren mittlerweile Deutsche angekommen, die zum Arbeiten in Heusden waren. Diese erzählten mir von ihren Erfahrungen mit der Mentalität und Arbeitsmoral der Niederländer. In dieser Woche fuhr ich bei herrlichem Wetter mit meinem Auto ins 1 ½ Stunden entfernte Schevenigen an der Nordsee. Dort waren 1/3 Deutsche, was man an den vielen Autos erkannte. Am Strand befanden sich Bars und Cafés.

An meinem vorletzten Tag habe ich eine Grachtenfahrt in ´s-Hertogenbosch unter­nommen. Am 18.07. trat ich die Heimreise an.

Fazit: Während des dreiwöchigen Praktikums habe ich viele positive Erfahrungen ge­sammelt, nette Menschen und eine weitere Sprache kennengelernt. Die Arbeit in dem niederländischen Unternehmen hat mir großen Spaß gemacht.