19.05.12 - 08:54
Letzte Änderung:
08.10.09
Mein Auslandspraktikum bei der Kodak SA/NV in Belgien
von Tobias Giesecke

- Tobias Giesecke
La Hulpe (Belgien) 28.06.09 – 17.07.09
Neben meiner beruflichen Ausbildung habe ich im Rahmen meiner Zusatzqualifikation zum Europakaufmann in der Zeit vom 28.06.09 – 17.07.09 ein Auslandspraktikum bei der Firma Kodak SA/NV in La Hulpe Belgien absolviert. Kodak ist ein weltbekanntes internationales Unternehmen, welches in der Druck- und Filmindustrie tätig ist. In La Hulpe ist ausschließlich ein Verwaltungssitz.
Meine Reise nach Belgien begann am 28. Juni gegen 9.45 Uhr. Von Göttingen aus ging es per ICE nach Frankfurt a. M. und von dort aus ebenfalls im ICE direkt nach Brüssel-Midi; Ankunft war gegen 17.05 Uhr. Am Bahnhof wurde ich sehr herzlich von einer jungen deutschen Frau (Katja Poetzsch) in Empfang genommen, die ebenfalls bei Kodak in La Hulpe arbeitet und mir die Unterkunft für meinen Aufenthalt vermittelt hat. Sie ist eine sehr gute Freundin meiner Gastgeberin Sue Hewitt. Wir fuhren zu meiner äußerst netten und zuvorkommenden Gastfamilie Hewitt nach Rixensart, nahe bei La Hulpe. Dort wurde ich sehr herzlich von allen Familienmitgliedern begrüßt. Anschließend besichtigten wir gemeinsam ihr Haus und den Garten. Meine Gastgeberin war ebenfalls bis Anfang des Jahres bei Kodak beschäftigt. Somit kannte sie sich gut aus und zeigte mir zusammen mit Katja noch den Ort und wie ich per Bahn von Rixensart nach La Hulpe gelange. Später haben wir noch gemeinsam im Garten zu Abend gegessen, etwas Wein getrunken und uns sehr nett unterhalten.
Gesprochen wurde in dieser belgischen Region vorwiegend französisch. Verständigen konnten wir uns aber in mehreren Sprachen. Englisch und deutsch beherrschten die Gasteltern sehr gut, ihre Töchter (Zwillinge, 18 Jahre) englisch und französisch. Wenn ich mal Fernsehen schauen wollte, konnte ich einen von zahlreichen französischen Sendern auswählen.
Zu Kodak in La Hulpe gelangte ich täglich mit einer 5minütigen Zugfahrt. An meinem ersten Arbeitstag traf ich um 9.00 Uhr bei Kodak ein; hier wird in Gleitzeit gearbeitet. Herr Van Laurent holte mich an der Rezeption ab und zeigte mir zunächst die Grundeinrichtungen im Betrieb.
Eingesetzt wurde ich im Accounting (Finanzbuchhaltung). Zu meinen ersten Aufgaben gehörten u. a. das Einscannen von Dokumenten, Kontrolle von diversen Listen und Eingaben in das PC-System. Zu den späteren Tätigkeiten zählte auch die Aufbereitung der Intrastatmeldungen, die an die belgische Nationalbank geschickt werden. Weiterhin hatte ich Eingangsrechnungen für Im- und Exporte zu erfassen und zu buchen sowie die Eingangspost für unsere Abteilung zu öffnen und nach Rechnungen, Zahlungsavis, Frachtbriefen usw. zu sortieren. In der zweiten Praktikumswoche zeigte mir ein Kollege, wie man neu erstellte Ausgangsrechnungen ausdruckt, in eine Exceltabelle einpflegt und anschließend mit der Post versendet. Hierzu musste man sich durch das System navigieren, um die neuen Rechnungen abzurufen und anschließend als PDF- Datei zu öffnen. Es musste u.a. geprüft werden, ob die richtige Mehrwertsteuer (VAT Code) auf der Rechnung vorhanden war. Die allgemeinen Klauseln mussten vorhanden sein und die beiden am Geschäft beteiligten Länder mussten auf der Rechnung genannt sein. War eine Eingabe falsch hinterlegt, war es meine Aufgabe, dies entsprechend zu korrigieren. Ebenso kam es vor, dass die Terms of Payment abgeändert werden mussten. Die Rechnungen konnten dann ausgedruckt werden und in eine laufende Exceltabelle eingetragen werden. Hier wurden alle relevanten Daten der Rechnung erfasst. Anschließend kuvertierte ich die Rechnungen und brachte sie zur Poststelle im Erdgeschoss. Diese Tätigkeiten gehörten für die weiteren Tage zu meinen Hauptaufgaben, da der sonst hierfür zuständige Kollege im Urlaub war. Zusätzlich hatte ich die Aufgabe, so genannte Migitation Control Reports, die etwa zwei Mal im Jahr erstellt werden, auf den neuesten Stand zu bringen. Hierfür habe ich vorhandene Dateien im System entsprechend geändert, ausgedruckt und in dafür vorgesehene Ordner abgelegt.
Während der Mittagspausen kam es mehrmals vor, dass wir mit allen Mitarbeitern der Abteilung einfach mal in ein Restaurant fuhren zum Lunch.

Nach Arbeitsschluss saß ich oft noch mit den Töchtern der Gastfamilie und deren Freunden im Garten, während die Eltern unter der Woche in Luxemburg arbeiteten und erst an den Wochenenden zuhause waren.
Die Wochenenden verbrachten wir meistens gemeinsam in Brüssel. Die Hauptstadt Belgiens liegt nur wenige Kilometer von Rixensart entfernt. Brüssel ist eine sehr sehenswerte Stadt, die sowohl historische als auch moderne Architektur bietet. Die Stadt ist gekennzeichnet durch seine Weitläufigkeit und den vielen Grünflächen. Eine Sehenswürdigkeit, die man nicht auslassen darf, ist der Manneken-Pis. Es war wohl mehr Zufall, dass ich diese 40 cm große Statue in einer kleinen Gasse gefunden habe. Der Grand Place ist ein sehr schöner Platz im Zentrum von Brüssel, wo man etwas trinken bzw. essen und verweilen kann. In unmittelbarer Nähe findet man eine Galerie mit zahlreichen teuren Geschäften. U. a. wird dort eine riesige Auswahl an guter belgischer Schokolade geboten, für die Belgien berühmt ist.

Später fuhren wir noch in den Norden von Brüssel, wo sich das Atomium befindet. Eine für Einheimische eher unspektakuläre Sehenswürdigkeit, aber als Tourist muss man es einfach mal gesehen haben.
Abends besuchten wir auch mal diverse Cocktailbars, in denen ein sehr schönes Ambiente herrschte und man sich einfach mal zurücklehnen und entspannen konnte. Meine Gastfamilie lud mich mehrmals zum Essen ein. Es hat überall sehr gut geschmeckt. Auch die Mahlzeiten in der Kantine bei Kodak sowie bei meiner Gastfamilie waren sehr lecker.
Zum Ende meines Praktikums verabschiedeten mich alle recht herzlich. Die Mitarbeiter bei Kodak gaben mir einige Präsente mit auf den Weg. Meine Gastfamilie, bei der ich drei Wochen hervorragend gewohnt und gelebt habe, verabschiedete sich auch ganz nett von mir. Wir alle bedauerten, dass die drei Wochen bereits vorbei waren. Ein Wiedersehen wurde nicht ausgeschlossen.
Mein Praktikum hat mir außerordentlich gut gefallen. Von Vorteil ist es sicherlich, in einer Gastfamilie unterzukommen. So erhält man Einblicke in den Alltag der dort lebenden Menschen und hat dabei gute Gelegenheiten, Fremdsprachen aufzufrischen. Zudem hat man so bessere Möglichkeiten, mit den Angehörigen der Gastfamilie die Freizeit zu gestalten.
Es war schon eine Herausforderung, Praktikumsplatz, Unterkunft und Reise zu organisieren. Auch die anfallenden Kosten hierfür sind nicht unerheblich. Der Aufwand hat sich aber in jedem Fall gelohnt: Ich hätte sonst nicht die Gelegenheit gehabt, so zahlreiche Erfahrungen, sei es im Umgang mit netten Menschen und Kollegen, mit Arbeitsabläufen in einem ausländischen Unternehmen und der Lebensweise in Belgien zu sammeln. Ich würde jederzeit wieder ein Auslandspraktikum absolvieren.
Ein ganz großes Dankeschön an meine freundliche Gastfamilie mit Katja sowie den netten und hilfsbereiten Mitarbeitern der Firma Kodak.
Tobias Giesecke
Jungfer Druckerei und Verlag GmbH
Herzberg