19.05.12 - 08:55
Letzte Änderung:
21.10.09
Ich heiße Maria Frieße, bin 19 Jahre alt und mache eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Firma Piller Group GmbH & Co. KG in Osterode. Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich mich entschieden eine Zusatzqualifikation zur Europakauffrau zu absolvieren. Diese Qualifikationen setzt sich aus mehreren einzelnen Modulen zusammen, unter andern ein 3wöchiges Praktikum in einem fremdsprachigen Land.
Da mein Ausbildungsbetrieb recht groß ist und wir viele Töchtergesellschaften mit Sitz im Ausland haben, bot es sich an, in einer dieser Firmen das gewünschte Praktikum zu absolvieren.
Ein Mitauszubildender der ebenfalls seine Zusatzqualifikation zum Europakaufmann erwirbt und in diesem Rahmen genau wie ich ein Praktikumsplatz suchte, und ich wollten dieses Praktikum gemeinsam antreten und fragten aus diesem Grund unseren Personalchef, ob er eine Möglichkeit für uns sieht, dieses Praktikum eventuell bei einer Tochtergesellschaft zu machen. Er war bereit es zu versuchen und schrieb alle Tochtergesellschaften per E-Mail an, die wir uns für ein Praktikum vorstellen konnten.
Wenige Wochen später bekamen wir Antwort von dem Geschäftsführer unserer Tochtergesellschaft in Amerika. Er freute sich, uns bei unserer Ausbildung unterstützen zu können und schlug einen Termin vor, wann wir anreisen konnten – ein paar Wochen später ging unser Flug nach Amerika.
Unsere Reise begann am 27.06.2009 um 04:00Uhr an unserem Stammhaus in Osterode. Ein Fahrer holte uns dort ab um uns zum Flughafen nach Hannover zu fahren. Wir waren sehr müde, doch die Aufregung überwiegte.
Unser Flug ging von Hannover nach Zürich wo wir 2 Stunden Aufenthalt hatten und von Zürich weiter nach New York.
Am New Yorker Flughafen mussten wir dann warten bis wir von dem Geschäftsführer, Mr. Barron, bei dem wir auch wohnten abgeholt wurden. Wir stellten uns während dieser Zeit vor wie er, die Umgebung und die anderen Mitarbeiten wohl sein werden und vor allem ob wir mit unserem Schulenglisch in den drei Wochen ausreichen werden.
Nun war es endlich soweit, das Handy klingelte und am anderen Ende der Leitung sprach Mr. Barron wir vereinbarten einen Ort im Flughafen an dem wir uns trafen. Wir nahmen unser Koffer und machten uns, gespannt darauf, was uns erwartete, auf den Weg zu der vereinbarten Stelle. Und da stand er nun, ein kleiner strahlender alter Mann der uns herzlich empfangen hat.
Wir gaben uns die Hand und stellten uns einender vor. Mr. Barron lud unsere Koffer in das Auto und los ging die Fahrt in Richtung Goshen. Goshen war ein kleiner Ort circa 90 Minuten entfernt vom Flughafen New York in dem das Haus von Mr. Barron stand.
Auf der Fahrt nach Goshen, wurde nicht viel gesprochen. Wir waren aufgeregt und müde zugleich. Als wir am Haus ankamen, lud er unsere Koffer wieder aus und zeigte uns unsere Unterkunft. Es war ein niedliches kleines Haus mit kleinem Garten, dafür aber großen Kühlschrank und großen Grill – typisch Amerikanisch. Mr. Barron gab uns etwas Zeit uns einzurichten und uns auszuruhen bevor es Essen gab.
Das Wochenende nutzen wir um nach New York zu fahren und uns die Gegend anzuschauen.
Ein ganz besonderes Ereignis für uns war, dass wir auf einen Serviceeinsatz mitfahren durften. Wir fuhren mit einem Techniker zu einem Kunden, es war ein großer Handyanbieter in Amerika. Wir warteten die Anlagen und Maschinen, die von Piller bei ihm standen. Es war unglaublich so etwas zu sehen, da wir niemals zuvor die Anlagen, die bei uns in Osterode gebaut werden, gesehen haben als sie am laufen waren, außer im Prüffeld.
In der dritten Woche sind wir mit einem Projektmanager nach Washington gereist und haben dort die letzte Woche mit ihm auf einer großen Baustelle verbracht. Dieses Projekt, welches wir für eine Woche begleiten durften, lief bereits drei Monate und es handelte sich um einen der größten Internetprovider aus Amerika. Piller stellte hier eine Reihe von USV-Anlagen (Unterbrechungsfreiestromversorgungs-Anlagen) auf und nahm zu der Zeit, als wir vor Ort waren, die Maschinen in Betrieb und führten Tests durch, ob sie im Ernstfall wirklich funktionieren.
Da das Projekt dem Ende zu ging machten wir eine Inventur von Kleineilen, die auf der Baustelle benötigt wurden. Wir zählten, schrieben auf und verluden die Materialien, die nicht mehr gebraucht wurden, in die Autos, damit sie wieder mit nach Middletown zurückgenommen werden konnten, um sie auf einer anderen Baustelle wieder zu verwenden.
Während unserer Freizeit in den drei Wochen haben wir uns viel angeschaut, vor allem die Städte New York und Washington. Bei gutem Wetter waren wir Minigolf spielen oder uns die Gegend anschauen. Nach der Arbeit waren wir oft in großen Einkaufspassagen einkaufen oder haben die Zeit mit Mr. Barron verbracht.
Mein Fazit des 3-wöchigen Praktikums ist, das es sich immer lohnt ins Ausland zu gehen, auch wenn es nur eine kurze Zeit ist. Ich habe eine Menge nette Menschen kennen gelernt, mit denen ich zum Teil auch heute noch im Kontakt stehe, habe meine Englischkenntnisse verbessert und konnte mir einen Eindruck darüber verschaffen, wie ein typisch amerikanischer Arbeitstag aussieht. Aber das für mich am wichtigsten ist, dass ich meine Angst, in einer fremden Sprache zu sprechen, nach und nach ablegen konnte. Mit Sicherheit war nicht alles richtig, was ich in den 3 Wochen gesagt habe, doch die netten und hilfsbereiten Menschen in Amerika haben es mir leicht gemacht meine Scheu abzulegen.
Maria Frieße
Piller Group
Osterode