19.05.12 - 09:47
Letzte Änderung:
02.03.10
Kariesprophylaxeprojekt
der Zahnmedizinischen Fachangestellten der BBS I Osterode am Harz Europa-Schule
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Vorbemerkungen und Dank
Schon beinahe traditionell besucht die “Oberstufenklasse“ im Ausbildungsberuf Zahnmedizinische Fachangestellte (Abk.: ZFA) eine Grundschule zwecks Durchführung eines Kariesprophylaxeprojektes. In diesem Schuljahr 2009/2010 wurde das Projekt von den Schülerinnen der Klasse ZM 07 an der Verlässlichen Grundschule Am Jacobitor in Osterode durchgeführt:
- Diana Binnebößel (Ausbildungspraxis Thomas, Osterode),
- Mareike Bode (Ausbildungspraxis Dr. Roth, Herzberg),
- Tanja Weise (Ausbildungspraxis Klemme/Isenberg, Clausthal-Zellerfeld),
- Kim Glaubig (Ausbildungspraxis Engelmann, Bad Sachsa),
- Ann-Kathrin Hempel Ausbildungspraxis Dres. Krysewski/Kremer u. Metzel, Osterode),
- Nicole Naumann (Ausbildungspraxis Dr. Otto, Herzberg),
- Chris Anne Jahrmarkt (Ausbildungspraxis Dr. Engelke und Abel, Clausthal-Zellerfeld),
- Marie-Kristin Kuhl (Ausbildungspraxis Lotze und Kollegen, Hattorf) und
- Tamara Riedel (Ausbildungspraxis Fiedler, Osterode).
Zu Beginn der Planung gaben die Schülerinnen an, geringe bis „einigermaßen gute“ Vorkenntnisse im Umgang mit Kindern in Bezug auf kariesprophylaktische Tätigkeiten in der Ausbildungspraxis zu haben. Diese Vorkenntnisse sollen im Rahmen des Projektes vertieft bzw. ausgebaut werden.
Besonderer Dank gilt allen Personen und Sponsoren, die die Realisierung des Projektes unterstützt haben. Dies waren u. a.
- die Schulleiterin der Grundschule Am Jacobitor Frau Riehemann
- die Klassenlehrerinnen der Klassen 2 a (Frau Brühler) und 2 b (Frau Schmidt)
- die Studienreferendarin Natascha Redecker (Dokumentation und Erstellen von Bildmaterial)
- Zahnarztpraxis Dr. J.-J. Engelke und M. Abel (Clausthal-Zellerfeld) für Materialien für die Station KAI-Zahnputztechnik
- Zahnarztpraxis K.-G. Fiedler (Osterode) für Materialien für die Station KAI-Zahnputztechnik
- Frau Hennecke (Kiosk der BBS I)
- für die kindgerechten Mundhygieneartikel
- Hager & Werke, Diusburg,
- Multident Dental GmbH, Göttingen, - alle in der Klasse ZM 07 unterrichtenden Lehrkräfte:
- Frau Maurer,
- Frau Ninke,
- Frau Weitemeyer und
- Herr Köhler.
Unsere Sponsoren:
Intention
Mit der Planung, Durchführung und Bewertung des Projektes werden einige für das Lernfeld 11 (Prophylaxemaßnahmen planen und durchführen) beschriebenen Zielformulierungen des Rahmenlehrplans erfüllt:
„... Zur Information, Motivation und Instruktion verschiedener Patientengruppen planen sie Maßnahmen und führen diese im Rahmen ihrer Kompetenzen exemplarisch bei Kindern oder Jugendlichen durch. Dabei wenden sie ihre Kenntnisse über Gesprächstechniken, Vermittlungsmethoden und Zeitplanung für eine adäquate Kommunikation ... an.“
Die patientengerechte und situationsadäquate Anwendung von Fachwissen zur zahnmedizinischen Prophylaxe in Realsituationen war das übergeordnete Ziel des Projektes. Neben der Fachkompetenz sollten berufsübergreifende Qualifikationen wie z. B. Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein (im Rahmen der Sozialkompetenz) sowie Einfallsreichtum und Fähigkeit, mit Problemen umzugehen (im Rahmen der Methodenkompetenz) gefördert werden.
Die Durchführung eines Projektes verlangte von den Auszubildenden
- ein hohes Maß an selbst bestimmter Planung,
- eine hohe Selbstorganisation und
- Selbstverantwortung.
Zum Erreichen dieser Kompetenzen richtete sich das Projekt nach dem Prinzip der Handlungsorientierung, die auch nach dem Rahmenlehrplan gefordert wird, d. h. die Schülerinnen übernahmen weitestgehend die Planung, Durchführung und Bewertung des Projektes.
Planung
Nachdem die Schülerinnen der Klasse ZM 07 als Zielgruppe für das Kariesprophylaxeprojekt Grundschulkinder im Alter von 6 – 8 Jahren festgelegt hatten, konnte die Planung fortgesetzt werden.
Unter der Fragestellung “Was wollen wir bei den Grundschulkindern erreichen?“ wurden folgende Ziele bestimmt:
- Die Grundschulkinder beschreiben die Zähne des Milchgebisses und deren Aufgaben.
- Die Grundschulkinder beschreiben die Entstehung von Karies.
- Die Grundschulkinder wenden die KAI-Zahnputzmethode an.
Hinsichtlich der Zielvorstellungen wurde den Schülerinnen deutlich, dass sie einerseits auf bereits bekannte zahnmedizinische Fachinhalte zurückgreifen konnten, wie z. B. Aussehen, Form und Funktion der Zähne, und andererseits die Erarbeitung unbekannter Inhalte (z. B. Formen der zahnärztlichen Prophylaxe, jeweilige Zielgruppen usw.) notwendig war.
Bei der Erarbeitung des Lernstoffs wurde deutlich, dass neben dem Fachwissen die patientengerechte Kommunikation für die ZFA von immenser Bedeutung ist und dass diese durch Verwendung geeigneter “Materialien“ unterstützt werden kann.
Zur Durchführung des Projektes bildeten die ZFA drei Gruppen, die sich auf je einen Zielbereich spezialisierten und jeweils eine Gruppe von maximal sieben Kindern betreuten.
Jede Gruppe hatte dabei zunächst folgende Fragen zu klären:
- Welche konkreten Inhalte sollen die Grundschulkinder durch unsere Arbeit vermittelt bekommen?
- Wie wollen wir diese Inhalte vermitteln?
- Welche Materialien benötigen wir zur Vereinfachung?
- Wie kommen wir an diese Materialien heran?
Jede Gruppe erstellte einen Arbeitsplan, legte eine Liste mit Materialwünschen vor und fixierte die Aufgaben der einzelnen Gruppenmitglieder (Wer erledigt bis wann welche Aufgabe?). Zusätzlich wurden spezielle Materialien wie z. B. Namensschilder in Form von Zähnen, Arbeitsblätter, Pappmodelle von Zähnen , Styroporzähne mit eingearbeiteter Karies (aus Knete) u. a. angefertigt.
Durchführung
Station I
ZAHNAUFBAU: Nicole, Kim und Ann-Kathrin
Ziel | Auszug aus dem Arbeitsplan der Station ZAHNAUFBAU | Medien/Materialien |
Die Grundschulkinder beschreiben die Zähne des Milchgebisses und deren Aufgaben.
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Auszug aus dem Abschlussbericht des Teams Zahnaufbau
„Unser Team arbeitete an dem Tag zu zweit, da Ann-Katrhin erkrankt war. Zu Beginn erklärten wir den Kindern wie ein Zahn aufgebaut ist und welche verschiedenen Zahnsubstanzen es gibt. Danach erläuterten wir die Aufgaben der unterschiedlichen Zähne und mit Hilfe eines großem Tafelbildes lernten sie noch etwas über das Milchgebiss. Nach unserem Vortrag bekamen sie ein Arbeitsblatt, wobei sie verschiedene Zähne bunt anmalen durften und danach bekam jeder ein Stück Knete und sie kneteten ein Zahn nach Wahl vom Tafelbild ab. Manche waren sehr wissbegierig und wussten schon einiges über das Thema Zähne und andere wiederum passten weniger auf und sahen den Tag mehr als Abwechselung im Gegensatz zum stressigeren Schulalltag. Der Großteil aber hatte sichtlich Spaß daran, was uns sehr erfreute.“
Station II
KARIESENTSTEHUNG: Tanja, Mareike und Diana
Ziel
| Auszug aus dem Arbeitsplan der Station KARIESENTSTEHUNG | Medien/Materialien |
Die Grundschulkinder beschreiben die Entstehung von Karies. |
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Auszug aus dem Abschlussbericht des Teams Kariesentstehung
„Nach einer kurzen Vorstellungsrunde zeigte Diana den Grundschulkindern erst mal, wie gesunde und kariöse Zähne aussehen. Nach der Frage, ob sie schon etwas über Karies wissen, kamen bei manchen schon sehr detaillierte Antworten, alle wussten schon etwas. Tanja erklärte es ihnen noch ein Mal genau und Mareike demonstrierte es ihnen an den Styroporzähnen. die sie selbst hergestellt bzw. gebastelt hatte. Zum Abschluss bekamen sie noch ein Arbeitsblatt zur Kariesentstehung, das wir mit ihnen ausfüllten und noch eines über gesunde Ernährung, das sie mit ihrer Lehrerin im Unterricht später ausfüllten.
Station III
KAI-Zahnputztechnik: Marie, Chris, Tamara
Ziel | ZAHNPUTZTECHNIK | Medien/Materialien |
Die Grundschul-kinder wenden die KAI-Zahn-putzmethode an
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Auszug aus dem Abschlussbericht des Teams Zahnputztechnik
„Unser Team teilte sich in drei “Untergruppen“ mit jeweils 2-3 Kindern. In einem kurzen Anfangsgespräch erklärten wir den Kindern, was wir vorhaben. Dann ging es auch schon los. Die Kinder zeigten uns an Modellen wie sie zu Hause putzen. Als nächstes färbten wir den Kindern die Zähne an und haben dann zusammen mit den Kindern die Beläge im Spiegel angeschaut. Anschließend haben wir die unterschiedlichen Farben der Beläge besprochen. Nun hieß es das theoretisch gelernte praktisch um zu setzen. Hierzu erhielten die Kinder Zahnputzbeutel der Firma GABA. Die Kinder sollten ihre Zähne mit der gelernten Technik wieder "sauber" putzen. Manche Kinder hatten hierbei noch Schwierigkeiten die richtige Reihenfolge der Flächen einzuhalten, doch nach erneuter Hilfestellung haben die Kinder nun ihre Zähne selbstständig geputzt. Wir versuchten, auf jedes Kind aus der Gruppe zu achten, ob die KAI-Zahnputztechnik richtig angewendet wird.“
Bewertung
Bewertung des Projekttages durch die Grundschulkinder
Die Grundschulkinder der Klassen 2a und 2b lobten die ZFA und fanden den gemeinsam verbrach-ten Unterricht besonders interessant. Die Themenschwerpunkte, die mit Hilfe der Stationen vermittelt worden sind, waren den Kindern gleichermaßen gut im Gedächtnis geblieben. Erstaunt waren sie von den mitgebrachten Materialien, die zum Teil selbst angefertigt wurden (siehe auch Station 2 Kariesentstehung) oder aber gesponsert worden sind (z. B. Knete der Firma Hasbro, Zahnputzbeutel der Firma GABA). Einige Grundschulkinder verfügten bereits über Detailwissen zu den einzelnen Themenschwerpunkten und stellten den ZFA darüber hinaus wichtige Fragen, z. B. zur zahngesunden Ernährung.
Bewertung des Projektes durch die Schülerinnen der ZM 07 (Auswertungsbogen)
1. Wie geht es DIR jetzt? (Mehrfachnennungen möglich) |
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3 x Mir geht es gut. 4 x Ich bin etwas kaputt, da der Tag anstrengend war. 1 x Ich bin froh, dass der Besuch vorbei ist. 1 x Ich finde es schade, dass der Besuch vorbei ist. 6 x Ich habe eine tolle Erfahrung gemacht. 4 x Die Kinder waren z. T. etwas stressig. |
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2. Mit welcher Note zwischen 1 und 6 beurteilst du eure Zusammenarbeit in Eurem Team? Durchschnitt 2, 0 Begründungen:
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3. Habt ihr in eurer Gruppe das geplante Konzept innerhalb des Tages verändert? 6 x JA, 2x NEIN Begründet eure Entscheidung kurz!
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4. Lies die Aussagen konzentriert durch und beantworte dann ganz ehrlich: | |||||
a) Ich kann die Säulen der Kariesprophylaxe beschreiben! | 8 x stimmt | 0 x stimmt nicht | |||
b) Ich kann Kindern folgende Inhalte aus dem Bereich Kariesprophylaxe erklären: ba) Aufgaben der unterschiedlichen Zähne bb) zahngesunde Nahrungsmittel bc) KAI-Zahnputztechnik | ba) bb) bc) 8 x stimmt | ba) bb) bc) 0 x stimmt nicht | |||
c) Ich kenne verschiedene Methoden bzw. Medien, um Kindern Prophylaxemaßnahmen zu vermitteln! | 8 X Stimmt | 0 X Stimmt nicht | |||
d) Ich kann diese Methoden bzw. Medien praktisch anwenden, wenn mir die Hilfsmittel dazu zur Verfügung stehen! | 8 X Stimmt | 0 X Stimmt nicht | |||
e) Ich habe das Gefühl, dass ich mit Kindern jetzt besser umgehen kann! | 7 X Stimmt | 1 X Stimmt nicht | |||
f) Ich möchte in meiner Ausbildungspraxis jetzt auch mal die Durchführung der Prophylaxemaßnahmen bei Kindern übernehmen! | 4 X Stimmt | 4 X Stimmt nicht | |||
5. Welche Inhalte aus dem Bereich „Kariesprophylaxe“ kannst du einem Kind jetzt erklären?
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6. Welche Methoden bzw. Hilfsmittel kennst du jetzt, um Kindern Prophylaxemaßnahmen zu erklären?
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7. Welche Besonderheiten sollte man deiner Meinung nach beim Umgang mit einem Kind beachten?
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8. Was hat das Projekt für Dich, für Deinen Beruf und Deine persönliche Einstellung gebracht?
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9. Wirst du diese Art von Unterricht in der Berufsschule weiterempfehlen? Begründe deine Antwort!
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10. Was wirst du bei einem weiteren Prophylaxeprojekt anders machen? Begründe deine Antwort!
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Fazit
Die geplante Zielsetzung des Projektes - die patientengerechte Anwendung von Fachwissen zur zahnmedizinischen Prophylaxe in Realsituationen - konnte erfolgreich umgesetzt werden. Neben der Fachkompetenz sind berufsübergreifende Qualifikationen gefördert worden, was durch die Angaben der ZFA-Auszubildenden in der Bewertung des Projektes deutlich wurde. Besonders erfreulich ist das Vertiefen von Verantwortungsbewusstsein, was zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beiträgt.
Eine praxisorientierte Vermittlung fachlicher Kenntnisse will zum beruflichen Handeln befähigen. Dabei spielen das Planen, Durchführen und Bewerten konkreter Situationen eine wichtige Rolle. Da die Schülerinnen der ZM 07 eben genau diese Tätigkeiten erfüllten, ist dem Projekt das grundsätzliche didaktische Anliegen beruflicher Ausbildung, nämlich die Verknüpfung von Theorie und Praxis, gelungen. Das wird auch durch die am Projekt beteiligten Schülerinnen bestätigt, denn alle würden diese Unterrichtsform auf jeden Fall weiterempfehlen.
Positiv ist abschließend zu erwähnen, dass für das kommende Schuljahr 2010/2011 ein weiteres Projekt vorgesehen ist.
Abschließend allen, die das Projekt unterstützt haben, nochmals ein herzliches Dankeschön!

- Dipl. Gesundheitslehrerin Michaela Melzer






